Corona-Zeiten

Nichts läuft mehr wie normal...


Mittlerweile dürfte jedem Bürger bewusst geworden sein, dass sich unser Alltag dramatisch verändert hat. Wenn Ihnen an Weihnachten einer gesagt hätte, dass die folgenden Grundwerte ab März keine Gültigkeit mehr haben werden, so hätten Sie denjenigen wohl für verrückt erklärt.

 

Auszug verbürgter Grundwerte auf die Sie weitestgehend
und stillschweigend, verzichten:

  • Versammlungsrecht
  • Demonstrationsrecht
  • Vermummungsgesetz
  • Recht auf körperliche unversehrtheit (in Bezg. auf indirekte Impfpflicht)
  • Freie Entfaltung der Persönlichkeit
  • Recht auf Bildung (Schulschließungen, Museen, etc.)
  • Recht der freien Religionsausübung (Kichenschließungen, etc.)
  • Reisefreiheit

Bei der Gewichtung in Bezug auf rechtliche Belange Ihrer Reisebuchung das mit Abstand größere Problem. Dass diese schwerwiegenden Einschränkungen so genügsam akzeptiert werden, liegt in vielfältigen Gründen verankert. Sicher aber weil verstanden wurde, dass unsere Gesetze für "normale Zeiten" gemacht sind und keiner der Gründerväter an eine weltweite Corona-Pandemie gedacht hatte.

 

So auch das Deutsche Reiserecht und die AGB's der Reiseveranstalter. Diese beinhalten verlässliche Vorgehensweisen für den Fall unvorhergesehener, den Reise und Buchungsablauf störenden Ereignisse, welche in Verantwortung des Kunden oder des Reiseveranstalters liegen.

 

Die Corona-Pandemie können weder Sie als Kunde, noch Ihr Reiseveranstalter verantworten. Wohl aber müssen Sie die Dinge nun gemeinsam regeln. Hier gibt es seitens der Reiseveranstalter unterschiedliche Vorgehensweisen und seites der Kunden oft eine differenzierte Rechtsauffassung.

 

Variante A: Ihr Reiseveranstalter storniert betroffene Reisen analog zu den Reisewarungen des Auswärtigen Amt der BRD und erstattet Ihnen den vollständigen Reisepreis binnen 14 Tagen zurück. Prima, diesen Kunden ist nach Rechtsauffassung für "normale" Zeiten sogar in der Krise Bestmögliches widerfahren. Keine Angst, wir alle haben dafür bezahlt, denn i.d.R. können so nur Großkonzerne verfahren, welche sich frühzeitig unser aller Steuergelder in Form von Staatshilfen (Bspw. die TUI mit 1.8 Milliarden Euro) gesichert haben.

 

Variante B: Reiseveranstalter die solch astronomische Gelder nicht erhalten, machen Ihnen diverse Angebote, bspw. eine kostenfreie Umbuchung bis hin ins nächste Reisejahr. Oder bieten Ihnen einen abgesicherten Gutschein mit zusätzlichem Guthaben an, welcher für die Folgejahre genutzt werden könnte. Ebenso wird eine Rückzahlung, eben dann unter Sonderbehandlung der Flüge, angeboten.

 

Man könnte nun feststellen, dass eine "Variante B" eventuell nicht der aktuell gültigen Rechtssprechung entspräche. Mittelständische Reiseveranstalter sind finanziell nicht in der Lage die von den Airlines verweigerten Kundengelder an Sie auszubezahlen. Täten Sie dies, bzw. würde die Politk dies so als rechtens bestätigen, wäre die Folge eine Masseninsolvenz und für den Endverbraucher fatal, da die Versicherungssummen der Kundengeldabsicherer "Beispiel Insolvenz von Thomas Cook" nicht ausreichen und erst nach jahrelangem Rechtsgebahren zu etwa 3% Rückzahlung führen wird.

 

Turbulente Zeiten erfordern dringend Anpassungen, es sollte ein staatlicher Hilfsfonds kommen, aus Jenem würden fällige Kundengelder vollständig zurückbezahlt werden können. CDU & SPD wehren sich vehement gegen eine solch einfache Lösung. Beschlossen wude jetzt erst mal der freiwillige Gutschein bei welchem der Staat Ihr Guthaben im Falle einer Insolvenz absichert, so dass Ihnen bei Akzeptanz eines Gutscheines keinerlei Risiko entsteht.

 

Das Grundproblem liegt an der Regierung. Die zuständigen Fachminister und deren Staatssekretäre haben keinerlei Ahnung vom Tourismus. Selbst nach vielfacher Aufklärung verstehet die Mehrzahl der Abgeordneten noch nicht mal unser Geschäftsmodell. Wir benennen hier ganz klar CDU/CSU. Die FDP hat es hingegen begriffen, Sie setzt sich unermüdlich für unsere Branche ein.

 

Sie sind mit all dem nicht einig? So müsste man ggf. versuchen "sein vermeintliches Recht" mit Rechtsmitteln zu erlangen um so die eigenen Forderungen durchsetzen zu können. Vorsicht ist geboten, denn man beachte dabei Folgendes:

  • Kosten bzgl. der Rechtsberatung
  • Kosten der Gerichte
  • Zeitfaktor 1: Urteile können Monate/Jahre dauern wg. Überlastung der Gerichte
  • Zeitfaktor 2: Fluglinien verweigern/verzögen trotzdem die Rückzahlungen
  • Die neue Regelungen werden hoffentlich früher kommen.
  • Ausgaben für Rechtsmittel wären dann ggf. unnötig investiert...

All diese Ausführungen sind unverbindlich, allgemein und ohne Bezug auf bestimmte Reiseveranstalter oder Reisebuchungen zu werten. Dennoch hoffe ich zur persönlichen Lageeinschätzung ein paar nützliche Hilfen mitgeteilt zu haben. Ich würde mich freuen, wenn sich so die meisten der betroffenen Buchungen gütlich mit den Reiseveranstaltern regeln ließen.

 

Wichtiger Hinweis - last but not least:  Wir haben den Reisevertrag zwischen Ihnen und Ihrem Reiseveranstalter lediglich vermittelt. Ansprüche und rechtliche Fragen klären Sie im direkten Kontakt mit Ihrem Vertragspartner. Den vollständigen Kontakt inkl. dem Sachbearbeiter nennen wir Ihnen auf Nachfrage gerne. Ggf. leiten wir auch die auflaufenden Nachrichten, quasi als Zwischenstation, weiter. Wir als vermittelndes Reisebüro stehen bei derartigen Vorgängen außen vor. Details klicke hier!

 

Alles Gute, viele Grüße und bis bald in einer besseren Zeit...